Was ist emotions­fokussierte Paartherapie?

Wissenschaftlich fundiert, bindungsbasiert und weltweit bewährt – seit über 40 Jahren.

EFT im Überblick

EFT wurde in den frühen 1980er Jahren von Dr. Sue Johnson und Prof. Leslie Greenberg entwickelt. Sue Johnson hat das Modell weiterentwickelt, indem sie die Resultate der Bindungsforschung, sowie der humanistischen, erfahrungs- und systemtheoretischen Grundlagenforschung einbezogen hat. Dadurch können wir heute besser verstehen, was in Paarbeziehungen geschieht. Therapeuten haben dadurch ein Modell zur Hand, um Paaren zu helfen. Eine umfangreiche Forschungsarbeit, die die Effektivität von EFT aufzeigt, liegt nun vor. Unter diesem Link finden Sie eine Forschungsübersicht (englisch).

Forschungsstudien haben ergeben, dass 70-75% der Paare ihre Krise überwinden, 90% der Paare erreichen eine signifikante Verbesserung. Die Hauptkontraindikation für EFT ist anhaltende Gewalt in der Beziehung. EFT wird weltweit mit vielen verschiedenen Paaren in Privatpraxen, Universitätszentren und Kliniken sowie in unterschiedlichen Kulturkreisen angewendet – darunter Paare, bei denen ein Partner oder beide unter Problemen wie Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen oder chronischen Krankheiten leiden.

Stärken der EFT

  • EFT basiert auf klaren, expliziten Konzepten von Beziehungskrisen und Liebe für Erwachsene. Diese Konzepte werden durch empirische Untersuchungen zur Natur von Beziehungsproblemen und der Bindungstheorie bei Erwachsenen unterstützt.
  • EFT ist kollaborativ und respektvoll gegenüber seinen Kunden und kombiniert erfahrungsorientierte Rogerianische-Techniken mit strukturellen systemischen Interventionen.
  • Der EFT liegen sowohl ein spezifisches Veränderungsmodell als auch spezifische Interventionstechniken zugrunde.
  • Wichtige Marker und Interventionen im Veränderungsprozess wurden in neun Schritten und drei Therapiephasen abgebildet.
  • EFT wurde durch über 20 Jahre empirische Forschung validiert. Es gibt auch Forschungen zu den Veränderungsprozessen und Erfolgsvorhersagen.
  • EFT wurde bei vielen verschiedenen Arten von Problemen und Populationen angewandt.

Ziele der EFT

  • Erweitern und reorganisieren der emotionalen Schlüsselreaktionen – die Musik des Bindungstanzes
  • Wechselseitige Positionen der Partner zu verschieben und neue Interaktionsmuster einzuleiten und zu etablieren
  • Die Herstellung einer sicheren Bindung zwischen den Partnern fördern.

EFIT – Emotions-fokussierte Einzeltherapie

Die Emotionsfokussierte Einzeltherapie (EFIT) überträgt die bewährten Prinzipien der EFT auf das Einzelsetting. Sie wurde von Dr. Sue Johnson entwickelt und basiert auf derselben bindungstheoretischen Grundlage wie die Paartherapie. EFIT eignet sich besonders für die Behandlung von Depressionen, Angstzuständen, Traumafolgestörungen und Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen.

Im Zentrum steht die Arbeit mit Emotionen als Motor der Veränderung. Therapeut:innen helfen Klient:innen, ihre emotionalen Reaktionen zu verstehen, innere Arbeitsmodelle von Bindung zu erkennen und neue Wege im Umgang mit sich selbst und anderen zu finden. Zwei Hauptfaktoren sind entscheidend für die Wirksamkeit:

  • Die detaillierte Theorie der Persönlichkeitsentwicklung, bekannt als Bindungstheorie
  • Die systematische Bearbeitung der in der Therapiesitzung erfahrenen Emotionen

Für Fachpersonen, die EFIT kennenlernen möchten, bieten wir den Kurs EFIT Essentials an – eine kompakte Einführung in die Grundprinzipien der emotionsfokussierten Einzeltherapie.

EFFT – Emotions-fokussierte Familientherapie

Die Emotionsfokussierte Familientherapie (EFFT) erweitert den EFT-Ansatz auf das Familiensystem. Sie basiert auf den neuesten Erkenntnissen der Bindungsforschung und zielt darauf ab, das emotionale Band zwischen Eltern und Kindern zu stärken – über alle Lebensphasen hinweg.

Für eine stabile und sichere Familienumgebung ist es entscheidend, die lebenslangen Veränderungen innerhalb der familiären Dynamiken zu verstehen. Rollen und Einflüsse innerhalb der Familie entwickeln sich ständig weiter. Emotionaler Rückzug und Störungen in der Familie können oft psychische Probleme verursachen.

EFFT konzentriert sich auf:

  • Die Bindungsbedürfnisse von Kindern und das Fürsorgeverhalten der Eltern
  • Das Überwinden von Hindernissen in der Eltern-Kind-Beziehung
  • Die Förderung emotionaler Verfügbarkeit und Sicherheit im Familiensystem
  • Die Stärkung der Widerstandsfähigkeit des gesamten Familienverbunds

Vertiefende Literatur zur EFFT finden Sie auf unserer Seite Buchempfehlungen.

Dr. Sue Johnson über emotionsfokussierte Paartherapie (Video auf Englisch)

Erfahren Sie mehr über die EFT Ausbildung in der Schweiz oder über Ben Kneubühler und EFT Paartherapie Schweiz.